Abschiebung in Deutschland – Wir haben die Wahl!

Abschiebung in Deutschland – Wir haben die Wahl!

Veröffentlicht von

Vorübergehende Trennung zur Beschaffung eines Visums ist zumutbar.
Bilal Waqas wird in Tübingen nach Islamabad (Pakistan) abgeschoben.

500 Menschen demonstrieren am Wochenende gegen die Abschiebung von Bilas Waqas

Ricarda Zelter, Tontechnikerin am Landestheater Tübingen, ist an Dreikönig zu Besuch bei ihren Eltern. Durch einen Anruf Ihres Mannes Bilal Waqas aus ihrer gemeinsamen Wohung erfährt sie, dass er gerade von der Polizei abgholt wird und abgeschoben werden soll. Der einzige erlaubte Anruf erfolgt von einem Polizeihandy. Das eigene wurde ihm abgenommen. Ein Kontakt zu einem Rechtsanwalt wurde nicht gestattet. Am Tag darauf sitzt er im Flugzeug nach Islamabad. Seine Frau oder den Rechtsanwalt kann er nicht mehr sprechen.

Einen Asylantrag hatte Waqas nach der Hochzeit zurückgezogen im Vertrauen darauf, eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, um mit seiner deutschen Frau eine Aufenthalsterlaubnis zu erhalten. Eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland knüpft die Ausländerbehörde jedoch an ein in Pakistan ausgestelltes Visum für Deutschland und hält eine vorübergehende Trennung zur Beschaffung eines solchen Visums für zumutbar.

“Eine Ausreise nach Pakistan wäre aboslut unzumutbar gewesen”, sagt Anwalt Egerter. Die Bürokratie in Pakistan benötigt erahrungsgemäß ein Jahr für die Ausstellung des bnötigten Visum. Ein Jahr, das Bilal Waqas großen Gefahren aussetzt. Eine davon ist seine Diabeteserkrankung, die ihn von regelmäßiger ärztlicher Betreuung abhängig macht.

Waqas ist bestens integriert, spricht gut Deutsch und hat einen festen Job.
Ein Visum zur Familienzusammenführung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erteilt.

Es gibt viele Menschen, die die aktuelle Abschiebepolitik und -praxis für unerträglich finden. Bei einer spontanen Kundgebung nach einer Theateraufführung im Landestheater Tübingen haben rund 500 Menschen gegen diese Abschiebung protestiert.

Aufruf: Wählt keine Politiker, die solche Abschiebungen absegnen oder bereit sind, diese billigend in Kauf zu nehmen.

Weiter Informationen: SWR-Aktuell | Stuttgarter Nachrichten |

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.