Beispiel
Der #DGB ist eine linke Vereinigung…
Der nette Herr von der AfD. (Dr. Malte Kaufmann ist AfD-Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Heidelberg)
Wie Dr. Malte Kaufmann versucht zu framen.
Seine Darstellung ist in mehrfacher Hinsicht verzerrend und irreführend.
Was macht der DGB?
- Der DGB ruft zu einer Protestkundgebung gegen einen Wahlkampfauftritt der AfD auf und begründet das mit inhaltlicher Kritik an der AfD, nicht mit einem generellen Verbot von Veranstaltungen.
- Solche Gegenkundgebungen sind von Meinungs‑ und Versammlungsfreiheit gedeckt, solange sie andere Versammlungen nicht physisch verhindern oder gewaltsam stören.
Warum die „Demokratie“-Rhetorik schief ist
- In einer pluralistischen Demokratie ist es normal, dass Verbände, Kirchen, Gewerkschaften oder Vereine öffentlich Position gegen Parteien beziehen, deren Programm sie für gefährlich halten.
- Die freiheitlich‑demokratische Grundordnung schützt auch die Freiheit, gegen rechtsextreme oder demokratiefeindliche Positionen zu demonstrieren; das ist kein Angriff auf Demokratie, sondern deren Ausübung.
Einordnung von Kaufmanns Aussage
- Wenn Kaufmann aus einer angemeldeten Gegenkundgebung „Brandgefahr für die Demokratie“ konstruiert, arbeitet er mit victim blaming: Der kritisierte Akteur (AfD) macht sich zum Opfer legitimer Kritik.
- Die pauschale Behauptung, der DGB arbeite „gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung“, ist politisches Framing ohne belastbaren Beleg; sie dient der Stigmatisierung eines missliebigen Kritikers, nicht einer sachlichen Auseinandersetzung.
Vor allem rechtsextreme Politiker und deren Anhänger überschütten das Netz mit Hassposts
Ja, es kann Sinn machen – aber gezielt, gut dosiert und mit einer klaren Strategie der Gegenrede, nicht als Dauerdebatte mit ihm selbst.
Wann macht Gegenrede Sinn und wie sollte man vorgehen?
Zielgruppe klären
- Direkte Überzeugung eines überzeugten AfD-Politikers selbst oder seiner harten Fanbasis ist praktisch ausgeschlossen.
- Sinnvoll ist Gegenrede vor allem für stille Mitlesende, die noch nicht fest im rechtspopulistischen Milieu verankert sind.
Was „Dechiffrieren“ leisten kann
- Das sachliche Entlarven von Frames, Halbwahrheiten und Feindbildern („Was wird hier weggelassen?“, „Welche Emotion soll hier getriggert werden?“) ist ein klassisches Element von Counterspeech.
- Wichtig ist, nicht nur zu kritisieren, sondern verständlich zu erklären, warum etwas irreführend oder hetzerisch ist, damit die Mitlesenden eine Argumentationshilfe bekommen.
Wie du kommentieren solltest
- Sachlich, knapp, ohne persönliche Beschimpfungen; ideal sind 2–4 Sätze mit einem klaren Kernpunkt.
- Empathisch bzw. normbezogen formulieren („Wir sollten…“, „In einer demokratischen Gesellschaft…“) wirkt nach Studien besser als aggressiver Widerspruch.
Wann lieber nicht reagieren
- Wenn ein Post offensichtlich nur auf maximale Empörung und Reichweite angelegt ist, kann jeder Kommentar den Algorithmus zusätzlich füttern.
- In solchen Fällen kann Meldung, Blockieren oder das Setzen eigener Inhalte (eigener Post statt Kommentar bei ihm) sinnvoller sein.
Praktische Empfehlung für deine Situation
- Gezielte, gelegentliche Dechiffrier-Kommentare unter besonders problematischen Beiträgen können sinnvoll sein, gerade wenn ein Politiker viele Follower hat.
- Noch wirksamer ist es, wenn du solche Antworten mit anderen abstimmst (z.B. lokal oder thematisch vernetzt), damit mehrere sachliche Gegenstimmen sichtbar werden und nicht nur einzelne „Einzelkämpfer“.