Mehr Klarheit beim Fleischkauf? Wenig Klarheit durch schlampigen Journalismus.

Mehr Klarheit beim Fleischkauf? Wenig Klarheit durch schlampigen Journalismus.

Veröffentlicht von

Schwäbisches Tagblatt, Nr. 32, Seite 15, 7.2.2019, Mathias Pudig, Mehr Klarheit beim Fleischkauf

Mehr Klarheit beim Fleischkauf

Unter dieser Überschrift langweilt uns 2300 Zeichen lang der Artikelverantwortliche Mathias Puddig mit nichtssagenden Informationen. Ein Tierwohllabel soll kommen. Es soll 13 Kriterien prüfen, in denen das Produkt über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgeht.

Der interessierte Leser erfährt, dass die Kriterien „auf Druck des Bauernverbandes“ aufgeweicht wurden.

Aber – verdammt noch mal – in dem Artikel wird nicht eines der 13 Kriterien aufgeführt. Die einzige konkrete Information ist die, dass das Label zunächst nur für Schweine gelten soll. Es wird kein einziges Kriterium dargestellt und auch nicht wo der Unterschied zwischen den geplanten Kriterien und dem „aufgeweichten“ Ergebnis liegt. „Sie hatte höhere Ansprüche“, ist die vage Aussage eines Tierschützers über Landwirtschaftsministerin Klöckner im Text. Welche waren es denn? Welche wurden aufgeweicht?

Wer nach diesem Artikel doch wieder erst langwierig im Internet recherchieren muss, braucht keine Zeitung auf Papier auf dem Frühstückstisch.

Was bringt es, wenn aufgelistet wird, welche Verbände die Kriterien für zu weich halten, wenn nicht mal ein Kriterium unter die Lupe genommen wird.

Entweder hat der zuständige Redakteur keine Recherche beauftragt / durchgeführt oder die Ergebnisse werden nicht vermittelt. Qualitätsjournalismus sieht so nicht aus.

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