Wer wenig verdient, kann sich die AfD nicht leisten.
Die eigenen Programme der AfD zeigen: Entlastet werden vor allem hohe Einkommen und Vermögen, während Menschen mit niedrigen Einkommen am Ende draufzahlen würden. Steuersenkungen klingen erstmal gut – in der Praxis profitieren aber vor allem die, die ohnehin schon viel haben. Wer als Familie z.B. um die 40.000 Euro brutto im Jahr verdient, hätte unter AfD-Politik laut Studien sogar weniger Geld zur Verfügung, während sechsstellige Einkommen teils fünfstellige Entlastungen kassieren.
Gleichzeitig will die AfD das Bürgergeld massiv verschärfen: mehr Druck, mehr Sanktionen, Pflicht zu „gemeinnütziger Arbeit“, schlechtere Absicherung bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit. Wer ohnehin am Limit lebt, soll noch stärker kontrolliert und gegängelt werden. Besonders hart träfe das Alleinerziehende, chronisch Kranke, Menschen mit Migrationsgeschichte und viele, die im Niedriglohnsektor schuften.
Dazu kommt: Weniger Einnahmen für den Staat durch Entlastung der Besserverdienenden heißt weniger Geld für das, worauf Geringverdienende besonders angewiesen sind – gute Kitas und Schulen, ein funktionierendes Gesundheitssystem, bezahlbarer Wohnraum, soziale Angebote vor Ort. Sozialabbau frisst sich immer zuerst bei denen rein, die keine finanziellen Reserven haben.
Die AfD gibt sich gern als „Partei der kleinen Leute“. Schaut man in ihre Programme und in unabhängige Analysen, wird klar: Sie ist eine Partei für Besserverdienende und Vermögende – und ein Risiko für alle, die jeden Euro umdrehen müssen.
Das bekannte AfD-Programm würde Menschen mit niedrigem Einkommen insgesamt eher belasten als entlasten; punktuelle Vorteile (z.B. etwas weniger Steuer auf Arbeit) werden durch Einschnitte beim Bürgergeld, Sozialstaat und öffentliche Leistungen deutlich überkompensiert. bundestagswahl-bw
Steuern und direkte Einkommen
- Die AfD setzt stark auf allgemeine Steuersenkungen, von denen laut ZEW-Analyse vor allem mittlere und hohe Einkommen profitieren; untere Einkommen haben deutlich weniger Vorteil. tagesschau
- Familien mit 40.000 Euro Bruttojahreseinkommen hätten laut ZEW unter AfD-Programm weniger Geld zur Verfügung, während erst ab etwa 60.000 Euro Brutto spürbare Besserstellungen beginnen. deutschlandfunk
- Ein Alleinverdiener-Ehepaar mit 180.000 Euro Brutto würde über 19.000 Euro pro Jahr gewinnen, was zeigt, dass Verteilungswirkung klar zugunsten der Besserverdienenden geht.zew
Bürgergeld und soziale Sicherung
- Die AfD will das Bürgergeld grundlegend reformieren und stärker auf „Arbeitsvermittlung“ ausrichten, etwa durch Pflicht zu gemeinnütziger Arbeit nach sechs Monaten Leistungsbezug. deutschlandfunk+3
- Ukrainische Geflüchtete sollen aus dem Bürgergeld wieder ausgegliedert und wie Asylbewerber behandelt werden, was faktisch Leistungskürzungen bedeutet. bundestagswahl-bw
- Für ausländische Bürgergeld-Beziehende sollen lange Erwerbszeiten ohne Aufstockung Voraussetzung werden, was viele Niedriglohnbeschäftigte mit Migrationshintergrund von Leistungen ausschließen kann. deutschlandfunk
- Die Umwandlung des Bürgergelds in eine „Arbeitsuchenden-Hilfe“ für nur kurzfristig voll erwerbsfähige Personen würde viele Kranke, Alleinerziehende oder Pflegende ins Sozialamt drängen – meist mit härteren Prüfungen und weniger passgenauer Unterstützung. [bundestag]
Renten, Arbeiten im Alter und Sozialstaat
- Die AfD will einen zusätzlichen Steuerfreibetrag für weiterarbeitende Rentnerinnen und Rentner von 12.000 Euro einführen, was vor allem denen nützt, die im Alter noch nennenswerte Erwerbseinkommen haben. bundestagswahl-bw
- Gleichzeitig setzt sie stark auf längeres Arbeiten, früheren Berufseintritt und weniger Teilzeit, was bei gesundheitlich belastenden oder schlecht bezahlten Berufen Menschen mit niedrigen Einkommen stärker trifft. bundestagswahl-bw
- Gewerkschaften warnen, dass geplante Kürzungen beim Sozialstaat, der Abbau von Steuern auf Vermögen und Erbschaften und geringere Einnahmen für Länder und Kommunen zu „Sozialabbau statt Solidarität“ führen würden – weniger Geld für Schulen, Kitas, Krankenhäuser und soziale Sicherung. dgb
- Für Geringverdienende sind gerade diese öffentlichen Angebote (z.B. gute Kita-Plätze, bezahlbare Gesundheitsversorgung, kommunale Hilfen) zentral, sodass Einschnitte sie überproportional treffen. dgb
Arbeitsmarkt, Löhne und Lebensverlauf
- Die AfD setzt auf niedrigere Unternehmenssteuern in der Hoffnung, dass dies zu höheren Löhnen führt, ohne jedoch verbindliche Instrumente wie starke Tarifbindung oder höheren Mindestlohn nachzuschärfen. afd
- Sie will zwar den Mindestlohn „beibehalten“, aber keine klare Strategie zu substanziellen Erhöhungen; das hilft Niedriglohnbeschäftigten kaum, ihre reale Kaufkraft zu steigern. afd
- Modelle wie „eine Familie soll idealerweise von einem Gehalt leben können“ und ein stark gefördertes, zu Hause verbleibendes Elternteil begünstigen klassische Alleinverdiener-Modelle, in denen vor allem Frauen weniger eigene Rentenansprüche aufbauen. bundestagswahl-bw
- Gewerkschaftliche Analysen sehen in der AfD-Politik eine Schwächung von Arbeitnehmerrechten und Mitbestimmung, was tendenziell schlechtere Löhne und Bedingungen für Beschäftigte mit schwacher Verhandlungsmacht bedeutet. dgb
Gesamtfazit für Menschen mit niedrigem Einkommen
- Ökonomische Studien zur Bundestagswahl 2025 zeigen, dass Programme von SPD, Grünen, Linken und BSW untere und mittlere Einkommen entlasten, während AfD- und FDP-Programme vor allem höhere Einkommen begünstigen. tagesschau
- Für typische Geringverdiener-Haushalte (z.B. Familie mit 40.000 Euro Brutto) bedeutet das AfD-Programm laut ZEW unterm Strich weniger verfügbares Einkommen, obwohl es offiziell als „Entlastung“ präsentiert wird. deutschlandfunk
- Gleichzeitig würden Verschärfungen beim Bürgergeld, eine stärkere Kontrolle und Sanktionierung sowie langfristiger Sozialabbau die Absicherung im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder niedrigen Löhnen schwächen. bundestag
In Summe wäre die AfD-Politik für Menschen mit niedrigen Einkommen voraussichtlich mit höherem Druck zu (auch schlecht bezahlter) Erwerbsarbeit, eingeschränkteren Sozialleistungen und schlechter finanzierten öffentlichen Diensten verbunden – bei gleichzeitig deutlich stärkeren Vorteilen für hohe Einkommen und Vermögen. zew